Als ich im September vom quartier Belleville zu mir nach Hause lief, musste ich mitten in der Strasse warten. Jahrelang war „warten“ für mich einfach etwas ziemlich überflüssiges, nicht genutzte Zeit. Wann immer ich wochentags warten musste, zückte ich mein Handy… bloss schnell Mails checken… „kurz die Welt retten“… tatsächlich habe ich auch hin und wieder gedacht „ich wär‘ so gern dabei gewesen, doch ich hab viel zu viel zu tun“ {inspiriert aus dem Songtext „Nur kurz die Welt retten“}.

Warten ist eigentlich etwas Wunderbares. Wer aufmerksam wartet, entdeckt. So an diesem Tag, dieses kleine Plakat:

Ich habe meine Kindheit verloren. Ich fürchte, dieser kleine Junge ist erwachsen geworden. Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie ihn finden.

Milo

Ich habe Milo später geschrieben. Es gab kein einschneidendes Erlebnis. Eines Tages ist Milo erwacht und seine Kindheit war verschwunden: Je me suis réveillé un jour et elle avait disparue. Das Schöne: Er gibt nicht auf, sie zu suchen.

Geschieht es uns nicht allen, dass wir unsere Träume unterwegs verlieren? Oder sie immer wieder aufschieben? Nicht mehr mit mir. Denn wir haben nur den Moment. Das „hier und jetzt“. Vielleicht ein später. Vielleicht aber auch nicht.

Lebe jeden Tag, als wäre es dein erster.

Weil ich Zeit hatte, bin ich an diesem Tag in Paris nach Hause gelaufen. Nicht auf Wegen, die touristisch sind. Meinen Espresso habe ich hier getrunken. Und bin sogleich „tombée amoureuse“ in dieses kleine Café.

Paris. Ein Fest fürs Leben. Immer wieder. – verlinkt bei Fräulein Ordnung.

Posted by:swizzwoman

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